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Meine Geschichte mit Atem, warum? wieso? wie?

Atem ist langweilig, Atem ist spektakulär, viele sprechen von “Atme”, wenn ihnen nichts mehr einfällt. Dieser ewige Rhythmus des Ein- und Ausatmens möchte gespürt und wahrgenommen werden. Und wieso soll man sich damit auch beschäftigen? fragte mich eine Bekannte, die dem Atem nicht so zugeneigt war: Wozu? was habe ich davon, wenn ich weiß, wie ich atme?

Ja, genau, wozu soll man das wissen? – Weil es spannend ist, wenn man neugierig ist, auf sich selber. Für einige ist es Neugier, für andere uninteressant, alles ist möglich.

Ich habe mich von Anfang an wohl gefühlt, auf dem Hocker zu sitzen oder auf der Liege zu liegen und unter Annes Händen meinen Atem zu erfahren, schließlich war ich Lehrerin und mußte viel reden, bis es mir manchmal die Stimme verschlug. Das war Anreiz genug, der Stimme und dem Atem auf den Grund zu gehen.

Irgendwann kam ich dann allerdings zu dem Schluss, dass ich die ganzen “bodily sensations”, die ich empfunden hatte, nicht haben wollte. Ich wollte mich nicht “schief”, nicht eine Körperseite hell und die andere dunkel wahrnehmen, wollte die Spannung in mir nicht spüren. So verließ ich die Atemarbeit nach dem Erfahrbaren Atem für mehr als 20 Jahre, in denen ich mich intensiv mit Yoga beschäftigte. Das schien mir besser, da mußte ich mich nicht so unmittelbar mit mir auseinandersetzen, hatte etwas Luft und es machte mir Spaß und Freude, meine Körpergrenzen zu spüren, ich war vital, gespannt und klar. Ich hatte über viele Jahre genau zwei Yoga Lehrerinnen, eine in Hannover und eine in Darmstadt. Beide waren wunderbar. Die eine sagte, die Knie durchdrücken, die andere sagte, lass die Knie weich. Das hatte mich so irritiert, das ich über dieses Erlebnis erkannte, es kann mir keiner sagen, was richtig ist, ich muss es schon selbst herausfinden. Und das machte ich dann auch. Auch im Yoga sah ich keine Entwicklung mehr, es langweilte mich sogar, in die Gruppen zu gehen und Dienstag oder an einem anderen Wochentag zu einer vorbestimmten Zeit in einen definierten Raum zu gehen und dort, genau dann, meine Übungen zu praktizieren, – das wollte ich selber machen. Will keine Seminare mehr machen, mich nicht mehr zur Schülerin machen.

Als ich dann nach Berlin kam, erinnerte ich mich wieder an die Anfänge der Körperarbeit über das Atmen. Schon damals war ich in Beerfelden, im Middendorf Institut, und voll begeistert. So suchte ich mich durch die Adressenlisten und fand Gertrud Kutscher, welch ein Glück. Durch sie lernte ich Jürg Roffler und Christine Ritt kennen, die gemeinsam eine Ausbildung zur Atemtherapie/-pädagogik machen, der ich mich von 2012-2015 voller Freude hingab. Alle Wochenenden waren für mich eine Offenbarung. Der „langweilige“ Atem wurde mitunter so spektakulär, das ich meinen Wahrnehmungen nicht traute, es war göttlich, mich in Gänze zu fühlen. Ich mußte nicht oben und unten, links oder rechts atmen, sondern konnte den Atem in jeder Körperzelle spüren und das tut wohl. Der Atem geht ins Ganze und er kommt aus dem Ganzen (Juerg Roffler).

und was ich tue, wenn ich mal keine Luft bekomme?

Wer kennt das nicht? Das Ringen nach Luft, wenn alle “Türen” verschlossen sind und der Atem mich scheinbar nicht erreicht?

Schon seit meiner frühen Jugend bekam ich oft keine Luft, ich zog nach Luft, hatte Erstickungsanfälle. Heute würde man sagen, es sei Asthma, – bin ich froh, dass ich dieser Attributierung entkommen war. Ich fühlte mich getrennt, mit einem imaginären Gürtel in oben und unten geteilt. Das ist zwar heute auch öfter mal so, aber ich habe keine Angst mehr. Dann ist es so, ich kann es besser aus-halten, ich halte die Empfindungen aus, sie kommen und gehen, ich lenke mich ab. Je mehr ich auf den Mangel fokussiere, desto “lauter” wird er, also: raus aus der Situation, Spazierengehen, Kochen oder was immer hilft, aktiv aus der Situation heraus zu gehen.

100 Punkte fürs Merken, Be-Merken! Freu Dich, wenn Du was empfinden kannst. Das konnte ich früher gar nicht. Ich verlor mich in Bildern, Vorstellungen, weit entfernt von Empfindungen. Die zu entdecken, erfüllt mich mit großem Glück. Für manch andere ist das so selbstverständlich, die verstehen das nicht, für mich war es die Sensation, eine spektakuläre Sensation.

Neben dem Öffnen der inneren Räume durch kleine Körperübungen, war es mir sogar möglich, den Transfer zu den vielen awareness, consciousness Themen, zum Einheitsbewußtsein, zu leisten. Ich wußte auf einmal, was die spirituellen Lehrer (z.B. Rupert Spira, Ellen Emmet, Elias, Jeff Foster, u.v.a.m.) berichten, konnte das unmittelbar nachvollziehen und anwenden, wie lebendiger Bio-/ Lebenskunde-Unterricht.

Mittlerweile habe ich den “Atem” so selbstverständlich integriert, im Moment interessiere ich mich für philosophische und existenzielle Fragen, wie was passiert, wenn der Atem verschwindet? Was, wenn der Atem doch nur die Luft ist, die mich umgibt? Wenn Atem doch gar nicht so spektakulär ist? Wo ist die Grenze zwischen dem Atem und der Luft, zwischen der Welle und dem Meer?

Für mich ist Atem die Luft, die mich umgibt, die universelle Kraft, die mich trägt, die mich mit nimmt, die mich bewegt, die mir den Impuls zum Atmen und zum Herzschlagen liefert.

Doch, ich bin dankbar, für dieses wunderbare Geschenk, das mich hier durch das Leben begleitet und dem Herzen und dem Gehirn Impulse gibt, ohne die hier nichts passieren würde. Möge der Atem noch lange an meiner Seite sein. Im yoga gab es die Aussage, dass man eine Anzahl von Atemzügen zur Verfügung habe und diese mit jedem Ein- und Ausatme abatme.

Und wenn Du auch neugierig bist, Lust auf Luft hast, helfe ich Dir, dich auf den Weg zu machen, es lohnt sich.

Fortsetzung folgt!

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