Berlin-Protokoll
Alles über diese Methode — und was sie mit dir macht.
Das Berlinarium
Es war beim Spazierengehen, als mir das Wort zugeflüstert wurde: Berlinarium.
Wie ein Solarium — nur dass du keine UV-Strahlen empfängst, sondern Berlin-Strahlen. Du bist da. Präsent. Anwesend. Die Stadt kommt zu dir, nicht du zur Stadt.
Das ist die Grundidee hinter allem, was du hier findest.
Warum ich das mache
Ich lebe seit mehr als 20 Jahren in Berlin. Und ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mir jemanden gewünscht habe, der mir diese Stadt zeigt. Jemanden, der sagt: Hier. Schau. Setz dich. Hör zu.
Keiner hatte Zeit. Also musste ich Berlin selbst erkunden — meistens mit dem Rad, später mit der BVG, immer ein bisschen verloren, immer ein bisschen neugierig. Und irgendwann habe ich gemerkt: Das Verloren-Sein war das Beste daran.
Ich kenne noch das alte Mauer-Berlin der 80er-Jahre. Ich kenne die Stadt, wie sie war und wie sie ist. Und ich weiß, dass nicht der Reichstag oder der Ku’Damm einen Aufschluss über Berlin gibt — sondern der Parkscheinautomat, die Hähnchenbraterei an der U-Bahn, das Waxing-Studio in Wedding.
Deshalb schreibe ich Berlin-Protokolle. Und deshalb lade ich dich ein, dasselbe zu tun.
Was ist ein Berlin-Protokoll?
Ein Berlin-Protokoll ist keine Reportage. Kein Reisebericht. Kein Essay.
Es ist eine skizzenhafte Aufzeichnung dessen, was in zwanzig Minuten durch einen Menschen hindurchfließt, wenn er an einem Ort sitzt und einfach wahrnimmt: Geräusche, Gerüche, Gedanken, Gefühle, Assoziationen — in der Reihenfolge, in der sie kommen. Ohne Kommentar. Ohne Wertung. Pure Gegenwart, aufgeschrieben.
Die Methode dahinter heißt Parallelprotokoll und stammt von der AG Minimales Reisen bei der Kunsthalle Below. Mehrere Menschen schreiben gleichzeitig an einem Ort — jede/r ihren eigenen Text, zur selben Zeit, mit demselben Blick auf ein Objekt oder einen Ausschnitt. Danach werden die Texte chronologisch vorgelesen. Was entsteht, ist überraschend: Stimmen, die sich überlappen, die widersprechen, die dasselbe anders sehen.
Die fertigen Editionen — gedruckt, gebunden, käuflich zu erwerben — erscheinen bei der Kunsthalle Below. Meine Texte, die ich im Rahmen dieser Treffen schreibe, veröffentliche ich hier auf dieser Seite.
Wenn du selbst mitmachen möchtest: Termine und Anmeldung bei Minimales Reisen →
Für dich — Berlin mit anderen Augen
Bist du neu in Berlin? Planst du eine Reise? Oder wohnst du schon lange hier und hast das Gefühl, die Stadt eigentlich immer noch nicht zu kennen?
Dann fang klein an.
Such dir einen Ort. Einen ganz gewöhnlichen. Eine Bank an der Bushaltestelle. Den Eingang eines Supermarkts. Den Wartebereich beim Bürgeramt. Das Foyer in einer Bibliothek. Setz dich hin. Zwanzig Minuten. Schreib auf, was vorbeizieht.
Du wirst merken: Berlin zeigt sich dir — aber nur, wenn du aufhörst, es zu suchen.
Praktische Einstiege:
Die Dachterrasse des Humboldt Forums bietet einen Überblick über die imaginäre Grenze zwischen Ost und West — ein guter Anfang, um sich zu orientieren.
Die BVG-Buslinie M29 fährt quer durch die Stadt. Einfach einsteigen, aus dem Fenster schauen, ankommen lassen.
Und dann: die Protokolle hier auf dieser Seite. Sie zeigen dir Orte — nicht als Sehenswürdigkeiten, sondern als Augenblicke. Vielleicht findest du einen Ort, den du nachlaufen willst.
Du möchtest Berlin nicht alleine erkunden?
Ich hole dich am Bahnhof ab. Wir fahren mit der BVG, schlendern durch Seitenstraßen, machen Pausen an gewöhnlichen Orten. Kein Touristenprogramm. Kein Plan. Nur Präsenz.
Für Unternehmen & Organisationen — das Protokoll als Spiegel
Was würdest du sehen, wenn du deine Organisation zwanzig Minuten lang wirklich anschaust?
Nicht das Organigramm. Nicht die Strategie. Sondern das, was wirklich passiert — zwischen den Worten, unter der Oberfläche, in den Pausen eines Meetings.
Genau das ist ein Protokoll.
Wir kommen zu Ihnen.
Wir setzen uns ins Foyer oder einen öffentlich zugänglichen Platz oder vor der Tür oder in einem Meeting. Wir schreiben auf, was wir wahrnehmen — Dynamiken, Tonlagen, Rhythmen, Pausen, unausgesprochene Spannungen. Ohne Interpretation. Ohne Empfehlung. Ohne Bewertung.
Was Sie danach erhalten, ist ein Buch — kein Beratungsbericht, keine Bullet-Point-Liste, keine Handlungsempfehlung. Sondern ein Spiegel: Ihr Unternehmen, wie es sich uns in zwanzig Minuten zeigt.
Was das bringt:
Viele Organisationen wissen, da geht noch was, aber nicht, was. Das Protokoll macht das Unsichtbare sichtbar. Wo Energie ist. Wo sie fehlt. Wie sie fließt. Was gesagt wird und was nicht. Oder auch nichts.
Das Protokoll ist kein Diagnoseinstrument und keine Therapie. Es ist ein ehrlicher Blick — und ein Ausgangspunkt für alles, was danach kommt.
Einsatzmöglichkeiten:
- statt Mitarbeitergespräche, 360 Grad Feedback, Mitarbeiter- oder Kundenbefragungen
- eine Aktivität für Menschen, die gerne schreiben, absichtslos, nichts wollend, im Rahmen von Personalentwicklung und Feelgoodmanagement
- Führungsteams, die verstehen wollen, wie sie nach außen wirken
- Teams in Veränderungsprozessen, die einen neutralen Blick brauchen
- Organisationen, die ihre Kultur greifbar machen wollen — für sich selbst oder für andere
- Kulturinstitutionen, NGOs, Bildungseinrichtungen
- Unternehmen, die ihre Kommunikation nach innen und außen schärfen wollen

Das Protokoll als Format für Ihre Kommunikation:
Die Methode lässt sich auch auf Ihre eigene Kommunikation übertragen. Anstelle von Hochglanz-Texten, die klingen wie alle anderen: ein Protokoll Ihres Alltags, Ihrer Arbeit, Ihrer Menschen. Authentisch. Ungewöhnlich. Unverwechselbar.
Gespräch anfragen → · +49 170 546 555 7
Alle Protokolle
Hier findest du alle Texte, die ich bisher an Orten in Berlin geschrieben habe — von der Metallwerkstatt in Wedding über den Waschsalon bis zur Hähnchenbraterei an der U-Bahn.
